Profil
Bernd Dahlhaus (Jg. 1968)
Diplommusikpädagoge, Diplomcoach
..aus meiner musikalischen Biografie:
Nachdem ich im Alter von 6 Jahren 1974 mit dem klassischen Klavierunterricht begonnen hatte, entdeckte ich ein paar Jahre später für mich „neben“ meinem traditionell ausgerichteten Unterricht die Jazzmusik. Mit ihr konnte ich meine Neigung, eigene Musik zu erfinden, nicht nur in Kompositionen sondern auch im spontanen Improvisieren intensiv ausleben. Im Alter von 15 Jahren begeisterte ich mich für den amerikanischen Jazzpianisten Chick Corea. Ich bewunderte sein Spiel und wollte - wie es sich für einen pubertierenden 15jährigen gehört - so sein und so spielen können wie er, er war mein großes Vorbild. Eines Tages fand ich heraus - es gab noch kein Internet und die CD hatte sich als neuer Tonträger gerade etabliert - , dass Chick Corea zwei Lehrvideos aufgenommen hatte, die ich mir umgehend bestellte (auch wenn die Kosten mein Taschengeldbudget dramatisch überschritten). Auf dem ersten Video demonstriert er am Klavier u.a. einige hilfreiche Übetechniken. Er erläuterte diese Übetechniken aber nicht an seinen eigenen Stücken oder der Jazzmusik allgemein, sondern - und das war für mich ein sehr bedeutsamer Moment - an einem Abschnitt aus den Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach. Corea hatte diese nach eigenem Bekunden vorher noch nicht gespielt und er wolle sie für die Videoaufnahme quasi „live“ üben - was er dann authentisch, also mit anderen Worten: auch mit einigen Fehlern und - darum ging es ja - deren Verbesserung, tat. Diese Sequenz hatte, auch wenn mir das damals noch nicht so deutlich und bewußt war, für meinen musikalischen Lebensweg eine tiefgehende Bedeutung. Zum einen bekam ich natürlich auch Lust, die für mich damals nicht einfachen Goldbergvariationen zu üben. Zum anderen bestärkte dieses Video mich in vielerlei Hinsicht in meinen Grundüberzeugungen über Musik, über das Musizieren und vor allem über das Musiklernen, die ich bis zu meinem damaligen Erfahrungsstand vielleicht nur geahnt hatte:
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„Wahre“ Musik kennt keine stilistischen Grenzen. Musik jeder Art kann Menschen faszinieren und berühren.
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Gute Musiker lernen aus jeder gut gemachten Musik.
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Die emotionale Bedeutung, die bestimmte Musik und Vorbilder für mich haben, ist entscheidend für mein Lernen.
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Meine eigene Lerninitiative entfaltet die stärkste Schubkraft.
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Was mich ausmacht, sind meine (Lern)Erfahrungen, sie können nur zunehmen, nie weniger werden: Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.
Diese Grundüberzeugungen sind heute Teil meines Selbstverständnisses als jemand, der professionell mit Musik umgeht: als Instrumentalist, als Komponist und Arrangeur und als Lehrender.